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Das Pferd geht von einem auf den anderen Tag lahm. Die Suche nach der Ursache beginnt. Doch, sucht man zu Beginn wirklich erst einmal nach einem blockierten ISG oder einer blockierten Hüfte? In diesem Blogeintrag möchte ich meine Erfahrungen über DJ’s Lahmheit aufgrund körperlicher Einschränkungen mit euch teilen.

Vorgeschichte:

Wie ich bereits in einem anderen Beitrag beschrieben hatte, begann DJ’s Lahmheit vor ca. einem Jahr durch eine Hufgelenksentzündung. Diese Lahmheit war damals eindeutig. Ein warmer Huf vorne rechts und eine deutliche Lahmheit auf diesem Bein. Die Entzündung wurde gut behandelt und heilte somit auch schön aus. Wenn ihr über die Behandlung und den Verlauf der Krankheit noch einmal nachlesen wollt, dann unter dieser Beitragsverlinkung:

Wie ich damals schon in diesem Beitrag beschrieben hatte, hat DJ nach erfolgreicher Behandlung des Hufgelenks angefangen, hinten links zu lahmen. Und das noch mehr wie durch die Entzündung im vorderen Huf.

Der Tierarzt und ich waren verzweifelt. Er führte wieder eine komplette Lahmheitsdiagnostik durch, ohne Ergebnis. Er röntgte das Bein, woraufhin auffiel, dass die Gleichbeine leicht entkalkt waren. „An sich nicht dramatisch“, meinte mein Tierarzt. Er habe schon schlimmere Entkalkungen gesehen, bei welchen die Pferde keine Symptome wie Lahmheit zeigten. Da wir ansonsten aber nichts anderes Auffälliges finden konnten, riet er mir das Medikament Osphos zu spritzen um dieser Entkalkung entgegen zu wirken.

Das stellte mich jedoch nicht zufrieden. Ich konnte und wollte nicht glauben, dass er aufgrund diesen kleinen Befundes lahmte. Ich schickte die Röntgenbilder meinem alten Tierarzt, welche leider schon in Rente ist. Auch er fand den Befund als nicht bedenklich und meinte, dass Gleichbeine leicht entkalken können, wenn diese nicht regelmäßig belastet werden. Grund dafür konnte also die lange Pause aufgrund der Hufgelenksentzündung sein.

Bauchgefühl…

Mein Bauchgefühl sagte mir, dass ich weiter forschen sollte und die Gleichbeine nicht das Problem wären, sondern eher eine Einschränkung im Bewegungsablauf durch verschobene Wirbel, ISG, etc. Ich hörte auf mein Bauchgefühl und entschied mich also gegen das Medikament Osphos. Ich holte eine Osteopathin, welche DJ einmal komplett durchcheckte.

Befunde der Osteopathin:

Meine Osteo kam also und fand so einiges was nicht stimmte. Verschobene Wirbel im Bereich der Lendenwirbel, verschobene Hals- und Brustwirbel, ein blockiertes ISG, eine blockierte Hüfte, Verklebungen der Faszien und noch vieles mehr….

Wahrscheinlich alles Probleme, welche er durch die lange Lahmheitspause und falsche Belastung aufgrund der Hufgelenksentzündung angesammelt hatte. Ich wusste schon aus früheren Zeiten, dass DJ bei sowas sehr empfindlich ist und sich durch lange Trainingspausen und falsche Belastungen einiges verschieben kann.

Unsere Osteopathin begann also nach und nach alles zu lockern und wieder in Position zu bringen.  So etwas ist natürlich nicht mit einer Behandlung getan und wieder in Ordnung. Im Gegenteil. Es braucht viel Zeit und mehrere Behandlungen bis alles wieder dort ist, wo es hingehört und auch bleibt. Die Muskeln müssen sich auch zunächst einmal wieder richtig aufbauen um die Wirbel, etc. in richtiger Position halten zu können. Und genau das dauert sehr lange.

Lahmheitsverlauf nach osteopathischer Behandlungen:

Die Lahmheit wurde nach jeder Behandlung ein Stück besser. Zu Beginn gingen wir sehr viel im Schritt gerade aus ins Gelände spazieren. Nach und nach versuchte ich ihn an der Hand immer wieder ein kleines Stück traben zu lassen. Nach ein paar Wochen bemerkte ich die ersten Verbesserungen. Wir blieben fleißig an den Behandlungen dran.

Was genau ist eigentlich das ISG?

ISG bedeutet Iliosakral- oder auch Kreuzdarmbein-Gelenk und befindet sich in folgendem Bereich:

ISG, Kreuzdarmbein-Gelenk
Das blaumarkierte ist die Gelenksverbindung von Sacrum und Darmbein. Gelenksverbindung innenliegend.

Dieses Gelenk wird aus dem Becken und dem Kreuzbein gebildet. Das Kreuzbein besteht aus fünf Kreuzwirbeln, welche erst ca. im 5. Lebensjahr eines Pferdes verknöchern und erst dann voll belastbar sind.

Es stellt die Verbindung zur Hinterhand dar und überträgt deren Kraft. Es leitet Schub und Kraft der Hinterhand nach vorne über den Rücken zur Vorhand und spielt somit auch bei der Versammlungsfähigkeit eines Pferdes eine große Rolle.

Dieses Gelenk ist äußerst sensibel und braucht durch seine vielen Aufgaben eine große Mobilität, muss also beweglich sein.

Wie äußern sich Blockaden im Bereich ISG?

  • Lahmheiten, Taktfehler
  • Pferd lässt sich nicht oder nur schwer versammeln
  • Rückwärtsrichten fällt schwer
  • Probleme im Galopp
  • Verkürzte Tritte
  • Wenig Schub nach Vorne

Einfache Übungen für ISG und Rücken im Zuge von Bodenarbeit:

  • Stangenarbeit: Zunächst bei uns nur im Schritt. Wir fingen tatsächlich nur mit zwei Stangen an und steigerten uns nach und nach, da er anfänglich mit zwei Stangen schon Probleme hatte. Hier muss das Pferd seinen Rücken nach oben aufwölben und das ISG wird mobilisiert. Tipps und Anregungen zur Stangenarbeit unter diesem Blogbeitrag:
  • Schenkelweichen: Auch Schenkelweichen an der Hand hilft, die Rückenmuskulatur aufzubauen. Hier wird der ganze Bewegungsapparat gedehnt und mobilisiert.
  • Rückwärtsrichten: Hier muss das Pferd das Becken kippen, was wiederum gut für die Beweglichkeit des ISGs ist.
  • Gangartenwechsel: Fließende Wechsel zwischen beispielsweise Schritt und Trab fordern die Hinterbeine zum fleißigeren Untertreten und damit zur Lastaufnahme auf.

Alle genannten Übungen können natürlich auch geritten werden.

Stetige Verbesserungen und kleine Rückschläge:

Seitdem wir mit der Behandlung begonnen haben und ich gezielt die Rückenmuskulatur trainiere und versuche locker zu halten, wurde DJ’s Gangbild besser und besser. Letztendlich konnte man keine Lahmheit oder Taktfehler mehr feststellen.

Es war wirklich ein langer und schwerer Weg, aber es hat sich gelohnt!

Zwar gab es seitdem immer wieder ein paar Rückschläge und auch mal etwas schlechtere Tage, welche aber bisher mit meiner Osteo immer leicht in den Griff zu bekommen waren.

Mittlerweile reite ich ihn wieder ganz normal und versuche uns auf das alte Niveau zurück zu bringen, was aber noch etwas dauern wird.

Ich bin DJs Osteopathin sehr dankbar und kann nur jedem empfehlen, der ein Pferd mit unergründlicher Lahmheit (laut Tierarzt) hat, einen Osteopathen anzurufen und das Pferd einmal komplett durchchecken zu lassen.

Hattet ihr bereits ähnliche Lahmheiten oder sonstige Erfahrungen mit osteopathischen Behandlungen bei euren Pferden gemacht?

Dann schreibt es uns gerne wieder in die Kommentare! 🙂

PS: Anbei noch der Link zur Homepage von DJ’s Osteopathin:


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